Strategie

Charts richtig lesen: Trendstärke & Korrekturstärke

Charts richtig lesen: Trendstärke & Korrekturstärke

Bevor ich jemandem empfehle, sich mit Volumen, Indikatoren, Oszillatoren, CoT etc. zu beschäftigen, würde ich ihm erstmal empfehlen, RICHTIG Charts „lesen“ zu lernen.

Vorallem wenn es um Trends geht, glauben viele, dass es mit „Höheren Hochs und Höheren Tiefs…“ getan ist. Doch dem ist nicht so.

Worauf ich beim „Charts lesen“ gerne achte, ist die „Trendgeschwindigkeit“ und die „Korrekturstärke“. 

Trendgeschwindigkeit

Bei der Trendgeschwindigkeit schaue ich, wie stark der Markt sich in eine Richtung bewegt und ob diese Fahrt sich nicht sogar beschleunigt. Das erkenne ich beispielsweise daran, dass ich gar keine Trendlinie anlegen kann. Denn sobald ich eine Trendlinie sauber anlegen kann, weiß ich, dass der Markt einer ungefähren gleichen Trendgeschwindigkeit folgt.

Korrekturstärke

Bei der Korrekturstärke schaue ich, wie stark Korrekturen ausfallen und ob sogenannte Non-Failure Swings auftreten. Letztere machen Trends unattraktiv! Ich hasse Trends mit starken Korrekturen. Das bedeutet für mich, dass der Markt sich zwar in einem Trend befindet – dieser Trend aber nicht gerade sehr stark ist.

Wenn der Markt meint, dass er jede Impulsbewegung zu 70-80 % (oder mehr) korrigieren muss, dann kann er das gerne machen – dann aber ohne mich! Ich trade nicht aus Spaß, sondern um Geld zu verdienen und dann suche ich mir auch nur die besten Möglichkeiten / Wahrscheinlichkeiten raus!

„Charts schreiben eine Geschichte über Angebot & Nachfrage!“

Wie liest man richtig einen Chart?

Wie liest man richtig einen Chart? (Öffnet in neuem Tab)

Wie ihr im Screenshot erkennen könnt, hatte der Markt im ersten Teil (schwarzer Bereich) extrem große Korrekturen und keinen schönen Trend. Im Groben war zwar das Angebot stärker, aber die Nachfrage hat immer mal wieder das Ruder übernommen.

Erst im blauen Bereich fing der Markt an, sich von den Verkäufern nach unten drücken zu lassen. Man erkennt sehr schön, dass der Trend sich sauber ausbildet und die Korrekturen kleiner werden. Solche Analysen sind mehr wert als das Hinzufügen von unzähligen Indikatoren, die der Anwender sowieso nicht richtig versteht!

Denn in diesem konkreten Beispiel kann ich gut erkennen, wie die Nachfrage immer weiter sinkt und das Angebot den Kurs weiter nach unten treibt und vorallem die Korrekturen nicht mehr so groß ausfallen lässt. Zum Ende des schwarzen Bereichs haben wir nicht nur eine geringere Volatilität, sondern auch eine geringere Korrekturstärke.

Solche Erkenntnisse lassen schon fast jede Long-Idee platzen und der Trader kann mit einer höheren Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Fahrt nun weiter nach unten geht und er den Trend weiter folgen sollte.

Klappt so etwas immer?

Natürlich nicht. Solche Herangehensweisen an den Chart sind, wie alles andere, kein Heiliger Gral und damit wird man auch nicht gleich zum Master-Trader. Aber es ist schon mal die richtige Richtung! Denn sobald ich mich mit der Veränderung von Angebot und Nachfrage , mit der entstandenen Volatilität und dem Trendaufbau beschäftige, bekomme ich einen völlig anderen Mehrwert im Trading!

Kleines Fazit

  • Handele nur Trends, die attraktiv sind!
    • Das sind Trends, die nicht zu oft Non-Failure Swings vorkommen lassen!
    • …, die stark in eine bestimmte Richtung performen!
    • …, die nicht zu oft große Korrekturen zulassen!
  • Ebenfalls können Trends attraktiv sein, die momentan noch unsauber performen und auch mit großen Korrekturen zu kämpfen haben, jedoch immer „sauberer“ werden und mehr und mehr an Fahrt aufnehmen!
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