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Einen Geschäftsbericht analysieren und verstehen – Teil 2

Einen Geschäftsbericht analysieren und verstehen – Teil 2

Letzte Woche habe ich dir gezeigt, wie du einen Geschäftsbericht bekommst und wie dieser meistens aufgebaut ist. Außerdem habe ich dir bereits ein paar wichtige Kennzahlen näher gebracht. Dieser Artikel baut auf Teil 1 der Artikelreihe “Einen Geschäftsbericht analysieren und verstehen” auf. Wenn du diesen noch nicht gelesen hast, dann solltest du das hier tun, bevor du weiterliest. Heute werde ich dir weitere Kennzahlen und deren Bedeutung zeigen.

Die Bruttogewinnspanne

Die Bruttogewinnspanne ist sehr wichtig. Diese Kennzahl dient dazu, verschiedene Unternehmen einer Branche zu vergleichen. Dazu wird der Bruttoerlös durch den Gewinnumsatz geteilt. Die Bruttogewinnspanne bezeichnet, wie viel vom Umsatz übrig bleibt, nachdem die Herstellungskosten abgezogen wurden. Oder einfacher ausgedrückt: Durch diese Kennzahl erkennt man, wie effizient ein Unternehmen arbeitet.

Mit der Bruttogewinnspanne kannst du fast schon kinderleicht diverse Unternehmen miteinander vergleichen. ©Freedomz/shutterstock.com

EBIT

Wenn der Umsatz ermittelt ist und die Betriebsaufwendungen abgezogen worden sind, dann ist das die Kennzahl “EBIT” (Earnings before Interest and Taxes). Unter Betriebsaufwendungen fasst man Forschungskosten, Entwicklungskosten, Personalkosten, Energiekosten, Vertriebs- und Verwaltungskosten, Aufwendungen für betriebliche Versicherungen, etc. zusammen.

Das EBIT wird in Deutschland auch als “Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragssteuern”, oder aber auch als “operativer Gewinn” bzw. “Betriebsergebnis” bezeichnet, da es den Gewinn vor Zinsen und Steuern beschreibt. Fremdkapitalzinsen, Zinserträge aus Wertpapieren, schwankende Steuersätze und sonstige Geldüberschüsse lässt diese Kennzahl außen vor. Denn diese Einnahmen und Ausgaben haben nichts mit dem operativen Geschäft zu tun.

Mit dem EBIT lassen sich daher verschiedene Geschäftsfelder innerhalb eines Unternehmens besonders gut vergleichen. Aber auch die unterschiedlichen Marken und Modellreihen, zum Beispiel in der Automobilindustrie, lassen sich mit dieser Kennzahl vergleichen. Dieser fundamentale Datensatz kann allerdings nicht zwischen verschuldeten und schuldenfreien Unternehmen unterscheiden.

Das EBIT ist meiner Meinung nach eine der wichtigsten Kennzahlen überhaupt! © Marian Weyo/Shutterstock.com

Aktiva und Passiva

Die Bilanz aus Aktiva und Passiva ergibt einen stichtagsbezogenen Überblick über die Vermögensverhältnisse und Vermögenswerte eines Unternehmens. Dazu gehört, wie viel Geld das Unternehmen diversen Lieferanten, Banken und Gläubigern schuldet. Die angesprochene Bilanz besteht, wie gesagt, aus Aktiva und Passiva. Das Aktiva beschreibt das Vermögen, das Passiva die Verbindlichkeiten eines Konzerns.

Das Eigenkapital

Das Eigenkapital kann wirklich leicht berechnet werden: Aktiva – Passiva, daher Vermögen – Verbindlichkeiten = Eigenkapital. Diese Kennzahl wird unter anderem benötigt, um den Buchwert und dessen Verhältnis zum Kurswert zu berechnen. Auch hier ist ein Überblick über die letzten Jahre wichtig. Ist es relativ konstant gestiegen, oder gab es große Schwankungen?

Ebenfalls wichtig ist zu wissen, woher das Eigenkapital eigentlich kommt. Wurden vor kurzem Unternehmensanteile verkauft oder andere Firmen aufgekauft? Oder stammt dieses Kapital aus einer “ungewöhnlichen Geschäftstätigkeit”, welche einfach gut läuft? Wie auch immer die Antworten auf diese Fragen ausfallen: Am Ende ist es wichtig, dass die Eigenkapitalquote hoch ist, denn damit sinkt das Insolvenzrisiko. 

Generell gilt: Je höher die Eigenkapitalquote, desto besser. Denn damit sinkt das Risiko einer Insolvenz!

Nur geliehen: Das Fremdkapital

Das Fremdkapital fasst alle kurz- und langfristigen Schulden des Konzerns zusammen und bildet damit das Gegenstück zum Eigenkapital. Daher ist die Antwort auf die Frage, wie hoch die Schulden eines Unternehmens sind, für diese Kennzahl essentiell. Je höher die Schulden sind, desto höher sind die “Aufwendungen für Fremdkapital“. Diese “Aufwendungen” findest du im Geschäftsbericht unter der “Gewinn-und-Verlustrechnung”, welche ich dir bereits in Teil 1 näher gebracht habe.

Ein großer Schuldenberg kann das Unternehmen zum Stillstand zwingen, da es passieren kann, dass die Zinslast quasi den gesamten Ertrag auffrisst, wodurch Investitionen kaum noch getätigt werden können. Die Fremdkapitalquote ist ebenfalls sehr wichtig. Diese beschreibt, wie viel Prozent des gesamten Kapitals einer Firma Fremdkapital ist. In der Regel gilt: Je geringer diese Quote, desto besser.

Das kommt in Teil 3…

Im nächsten Teil dieser Artikelserie werde ich dir unter anderem die Kennzahlen “Jahresüberschuss”, “Geschäftswert”, den “Cashflow”, sowie die “Kapitalflussrechnung” näher bringen. Direkt danach werde ich dir beibringen, wie du all diese Fundamentaldaten effizient auswerten und in deine Analyse einbinden kannst. In Verbindung mit der Chartschule wird es dir dann möglich sein, Aktien komplett selbstständig zu bewerten. 

In Teil 3 dieser Artikelserie werde ich dir weitere wichtige Kennzahlen zeigen und dir beibringen, wie du Aktien mit diesen Fundamentaldaten effektiv analysieren kannst. ©jamesteohart/Shutterstock.com

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