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Einen Geschäftsbericht analysieren und verstehen – Teil 1

Einen Geschäftsbericht analysieren und verstehen – Teil 1

Der Geschäftsbericht eines Unternehmens ist eine der wichtigsten Informationsquellen für dich als Anleger! Was kannst du solch einem Bericht entnehmen und wie kannst du diese Informationen verwerten? Und inwiefern hilft dir das neue Wissen bei der Entscheidung, ob du eine Aktie kaufst, oder nicht? In dem heutigen Artikel werde ich dir diese Fragen beantworten, sodass du Geschäftsberichte in Zukunft besser analysieren können wirst!

Geschäftsbericht lesen – doch wo?

Im Geschäftsbericht findest du alle für eine Fundamentalanalyse relevanten Daten. Doch woher bekommt man solch einen Bericht? Dafür gibt es drei klassische Möglichkeiten: Auf der Homepage einer jeden Aktiengesellschaft findest du die jährlichen Geschäftsberichte des entsprechenden Konzerns.Solltest du dort keinen finden kannst du auch einfach beim Kundenservice anrufen.  Wenn du bereits Aktionär bist bekommst du den gesuchten Bericht bereits auf der jährlichen Hauptversammlung ausgehändigt, oder davor per Post.

Viele schrecken vor dem Lesen zurück, denn solch ein Unternehmensbericht hat gut und gern mal 200 Seiten, meistens sogar mehr. Doch das Meiste muss man sich gar nicht durchlesen, da es für Aktionäre keine hohe Priorität hat. Denn das, was wirklich wichtig für die Anleger ist, ist die “Gewinn-und-Verlust-Rechnung” (GuV), sowie die “Bilanz” und die “Kapitalflussrechnung” (Cashflowrechnung). Das sind meistens 3-8 Seiten und keine 150-300, wenn du dir alles durchliest.

Die wichtigsten Daten findest du meistens im letzten Drittel des Geschäftsberichtes. Dadurch kannst du viel Zeit sparen. © suphakit73 Images/Shutterstock.com

GuV, Bilanz, Cashflowrechnung – was ist das?

In der Gewinn-und-Verlust-Rechnung wird erfasst, welchen Gewinn, oder auch Verlust, das Unternehmen in einem dedizierten Zeitraum erwirtschaftet hat. Dieser Zeitraum ist in der Regel das Geschäftsjahr, auf welches sich der jeweilige Geschäftsbericht bezieht. Im GuV wird auch festgehalten, welche Einnahmen die Aktiengesellschaft erwirtschaftet hat und welche Kosten angefallen sind.

Die Bilanz ist stichtagsbezogen. In den allermeisten Fällen wird der letzte Tag des Geschäftsjahres bilanziert. Für diesen einen Tag wird dann das Vermögen mit den Verbindlichkeiten des jeweiligen Unternehmens gegenübergestellt. Jede AG muss solch eine Bilanz am Ende eines jeden Geschäftsjahres erstellen, denn diese spiegelt die Entwicklung eines Unternehmens wider.

Unter der Kapitalflussrechnung, auch bekannt als Cashflowrechnung, versteht man all das, was im Verlauf des Jahres an Geld in ein Unternehmen fließt und dort bleibt. Dadurch bietet sich ein Überblick über die finanzielle Leistungsfähigkeit einer Aktiengesellschaft. Normalerweise findest du in jedem Geschäftsbericht eine Zehnjahresübersicht. Das ermöglicht dir einen genaueren Einblick in die Entwicklung der AG.

Dank der Zehnjahresübersicht hast du einen schnellen und qualitativ hochwertigen Überblick über die Entwicklung eines Unternehmens.

Weitere Inhalte eines Geschäftsberichtes

Weitere Inhalte eines Geschäftsberichtes ist unter anderem ein Brief des Vorstandes, in welchem der Vorstand wichtige Ereignisse und Ergebnisse des Geschäftsjahres zusammenfasst. Man erhält also einen guten Überblick über das jeweilige Jahr. Oft direkt danach folgt ein Brief des Aufsichtsrates. In diesem Brief wird erläutert, wann sich der Aufsichtsrat getroffen hat und was dort besprochen wurde. Viele Informationen gibt es hier meistens nicht.

Wirklich interessant wird es erst etwas später beim Lagebericht. Dort findet man eine Diskussion zur aktuellen Ertrags- und Finanzlage, sowie die Rahmenbedingungen für die jeweilige Branche, die Struktur des Konzerns u.v.m. Allein deswegen macht dieser Lagebericht einen verhältnismäßig großen Anteil aus. Hier kann man auf jeden Fall viel über die aktuelle Lage des Unternehmens, auch in der Branche, erfahren. Trotzdem überspringe ich diesen Teil meistens.

Abschließend folgt der Jahresabschluss mit der Bilanz, der Gewinn-und-Verlust-Rechnung, der Cashflowrechnung, sowie der Eigenkapitalveränderungsquote. Bis auf die Eigenkapitalveränderungsquote habe ich dir diese Daten ja bereits näher gebracht. In den nächsten Artikeln über dieses Thema bringe ich dir bei, wie du diese Daten nutzen und auswerten kannst.

Die Inhalte eines Geschäftsberichtes sind größtenteils uninteressant für den Anleger. Lediglich der Jahresabschluss und teilweise der Lagebericht sind interessant. ©sirtravelalot/shutterstock.com

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