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Stop Loss: Ist er im Trading überhaupt sinnvoll?

Stop Loss: Ist er im Trading überhaupt sinnvoll?

Beim Thema ,,Stop Loss“ gibt es in der deutschen Tradingszene überwiegend Befürworter. Trotzdem hört man vereinzelt Aussagen wie ,,mit einem Stop Loss schneidet man sich nur ins eigene Fleisch“ oder ,,ein Stop Loss schadet nur meinem Konto“. Deshalb ist es an dieser Stelle besonders wichtig, zu erklären, was ein Stop Loss bewirkt und wie wichtig er ist.

Kurse vorhersagen

Verzweiflung im Trading

Kurse muss und kann man nicht vorhersagen! Trading geht anders!  © Rawpixel.com/Shutterstock.com

Es gibt Trader, die ein Trading ohne Stop Loss versuchen und nach einer gewissen Zeit auch vermeintlich glauben, dass das tatsächlich funktioniert. Das Problem ist jedoch, dass sie immer kleine Buchgewinne mitnehmen und somit eine hohe Trefferquote erlangen. Jedoch berücksichtigen sie nicht, dass ein größerer Verlust, welcher früher oder später auftreten wird, diese kleine Gewinne auffressen wird.

Letztendlich ist das sogenannte Payoff-Ratio negativ – dies sollte für ein professionelles Trading jedoch immer positiv sein!

Weiterführend ist es ungemein wichtig, dass man nicht glaubt, dass man im Trading oft Recht haben muss (= hohe Trefferquote), sondern dass man auch mit einer negativen Trefferquote profitabel handeln kann!

Was ist der Grundgedanke eines Stop Loss?

Fragen im Trading

Was ist der Grundgedanke eines Stop Loss? © Photobank gallery/Shutterstock.com

Vor keinem Trade können wir uns zu 100% sicher sein, ob wir bei diesem Trade Gewinne oder Verluste einfahren. Es gibt schlichtweg kein Setup, welches absolut sicher ist.

Bei jedem Trade gibt es also irgendeinen bestimmten Kurs im Verlustbereich, ab dem das Setup nicht mehr so erfolgversprechend aussieht, wie am Anfang. Die Wahrscheinlichkeiten eines Tradeerfolgs beginnen dann langsam zu sinken. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, genau an dieser Stelle auszusteigen und gezielt Verluste hinzunehmen.

Solch eine Verlustbegrenzung kennen wir auch aus dem echten Leben: Bei einem zahlungsunfähigen Schuldner lässt sich eine Bank, die Gläubiger ist, meistens auch auf einen sogenannten Vergleich ein. Kurz gesagt: die Bank verzichtet auf einen Teil ihrer Forderungen und akzeptiert einen Teil-Schuldenerlass. Auch hier hat die Bank einen ähnlichen Grundgedanken, wie der eines Traders: Bevor die Forderung nicht mehr vollständig zurückgezahlt werden kann, nimmt sie lieber nur einen Teilverlust in Kauf!

Ähnlich wie beim Grundgedanken des Stop Losses denkt sich die Bank: ,,Die Wahrscheinlichkeit, dass der Schuldner in seiner jetzigen Situation die komplette Forderung erfüllen kann, ist so niedrig, dass ich lieber auf Nummer Sicher gehe und nur einen Teil der Forderung zahlen lasse.”

Auf das Trading übertragen heißt das:

Eine Glattstellung einer Position, die sich momentan im Minus befindet, ist dann sinnvoll, wenn die Wahrscheinlichkeit, dass der Trade nochmal Buchgewinne einfahren wird, nicht sehr groß ist.

Warum ist also ein Stop Loss so wichtig?

Risiko gehört im Trading dazu!

Der Stop Loss begrenzt dein Risiko! © Nelosa/Shutterstock.com

Bei der Beantwortung dieser Frage, ist es von Vorteil, wenn wir uns erst einmal mit der Frage ,,Welche Aufgaben habe ich als Trader?” beschäftigen.

Und genau bei dieser Frage kommen viele ins Stocken. Wenn wir uns also den Arbeitsalltag vieler professioneller Trader ansehen, können wir feststellen, dass das Hauptaugenmerk während des Tradings nicht auf der Erstellung von Chartanalysen oder auf der Identifizierung des ,,richtigen” Einstiegs liegt. Sondern ein Großteil des Tradings besteht im kompletten Risikomanagement (Identifizierung des richtigen Risikos vor dem Trade, Verwaltung des Risikos im Trade, ggf. Änderungen der Positionsgröße oder des Stoppkurses usw.).

Man merkt bei der Betrachtung der Profis schnell, dass sie wissen, dass sie nie Kurse vorhersagen oder Trades identifizieren können, die eine Gewinnwahrscheinlichkeit von 100% haben. Sie gehen immer Trades ein, deren Ausgang nie bekannt ist. Das Einzige, was sie vorher bestimmen können, ist der mögliche Verlust, falls die Tradingidee nicht aufgeht.

Alles was sie tun, müssen sie also korrekt absichern.

Die Frage ,,Welche Aufgaben habe ich als Trader?” ist daher unter anderem so zu beantworten:

Du bist Risikomanager!

Und weil du Risikomanager bist, musst du dir den Stop Loss als Mittel zur Risikokontrolle zur Herzen nehmen. Deine Aufgabe beim Trading besteht deshalb darin, mit dem Stop Loss deine Tradingidee zu schützen. Sobald deine Tradingidee nicht mehr besteht, (weil z.B. bestimmte nochfolgende Kursverläufe das Setup kaputt gemacht haben) sollte dein Stop Loss zum Einsatz gekommen sein und die Position glattgestellt haben.

Ohne einen Stop Loss würden wir also manchmal zusehen, wie unsere Position unkontrolliert weit ins Minus läuft, obwohl unser Setup schon längst an Gültigkeit verloren hat.

Um die Frage ,,Ist ein Stop Loss überhaupt wichtig für mein Trading?” schließlich zu beantworten:

Ein Stop Loss ist nicht nur für dein Trading wichtig, sondern er ist für dein Konto überlebensnotwendig! Ohne den Einsatz eines regelmäßigen Stop Losses würde man das Prinzip des erfolgreichen Tradings missverstehen und dessen Grundsatz der Risikokontrolle unbeachtet lassen.

Exkurs: Stop Loss beim langfristigen Investieren

Durch Routinen wird man im Trading deutlich besser!

Stop Loss beim langfristigen Investieren?! © Stasique/Shutterstock.com

Wichtig ist dabei zu erwähnen, dass wir hier vom aktiven Trading reden, wo ein Stop Loss ein wichtiger Bestandteil ist. Denn im langfristigen Investieren kann ein Stop Loss wiederum keinen Sinn machen. Beispielsweise sind Buy-and-Hold Strategien darauf ausgelegt, dass man daran glaubt, dass beispielsweise eine bestimmte Aktie aufgrund fundamentaler Gegebenheiten steigen wird.

Ein Stop Loss würde dann keinen Sinn machen, da man des Öfteren ausgestoppt werden würde, wenn die Aktie kurzfristig fallen würde.

Die Idee, dass man langfristig an den durch das Wirtschaftswachstum steigenden Aktienkursen gewinnen wird, würde durch einen Stop Loss regelrecht kaputt gemacht werden.

Man sieht: Investieren kann man vor allem in diesem Aspekt nicht mit dem Trading vergleichen!

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  1. Pingback: Trading Strategie und deren professioneller Aufbau - teamtrader

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