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Teilverkäufe oder Pyramiden bei Trendstrategien?!

Teilverkäufe oder Pyramiden bei Trendstrategien?!

Sollte man Teilverkäufe anwenden, wenn man mit Trendstrategien einen Trend folgen möchte, um Gewinne sukzessive abzusichern oder sollte man lieber darauf setzen, mit Pyramiden die Positionsgröße zu erhöhen, um den Gewinn weiter auszubauen? Diese Frage werden wir in diesem Video und Artikel beantworten!

Das Ausmaß von Teilverkäufen

In dem Video zeige ich ein Beispiel-Trade, um das Ausmaß von Teilverkäufen besser darzustellen.

Viele Trader führen Teilverkäufe bei Trendstrategien durch, um ihre Gewinne abzusichern. Doch ich möchte dir hiermit zeigen, dass dieses Vorgehen nicht das Beste ist!

Gehen wir davon aus, dass ich in einem Markt Short gehe und einen Initial Stop Loss von 100 Punkten habe. Das Risiko beträgt 100 €. Mein Plan ist es, nach jedem weiteren zugewonnen CRV 25% der Position zu schließen, um Gewinne abzusichern. 

Das bedeutet schlussendlich, dass ich nach dem Erreichen eines CRVs von 1:1 ganz genau 25€ verdient habe. Nach einem weiteren CRV wären das 50€ und nach einem CRV von 3:1 schließe ich weitere 25% und sichere mir zusätzliche 75€. Nun habe ich noch restliche 25% meiner Position offen, die bei einem CRV von 4:1 geschlossen werden und mir 100€ bringen.

Schlussendlich bleibt mir ein Gesamtverdienst von 250€. Natürlich hört sich das im ersten Moment sehr gut an, doch wir müssen natürlich ein paar Dinge dabei bedenken.

Ich habe ein theoretisches CRV von 4:1 erreicht, welches jedoch nicht bereinigt ist. Damit meine ich, dass wir durch die Teilverkäufe zwar immer Gewinne abgesichert haben, jedoch damit auch Potential aus dem Trade herausgenommen haben.

Das führt letztendlich dazu, dass wir lediglich ein CRV von 2,5 eingefahren haben!

Die Grundeinstellung gegenüber Teilverkäufen

Einer der größten Fehler im Trendtrading ist das falsche Positionsmanagement! Damit sind vor allem Teilverkäufe gemeint, die von den wenigsten Händlern richtig umgesetzt werden.

Bevor ich dir nun erklären werde, wann du richtig Teilverkäufe in Positionen durchführst, möchte ich dich auf einen meiner wichtigen Grundsätze aufmerksam machen:

Sobald ein Trade im Plus läuft und Buchgewinne einfährt, möchte ich die Positionsgröße erhöhen & sobald ein Trade ins Minus läuft und Buchverluste einfährt, möchte ich die Positionsgröße verringern.

Was heißt das?

Ich habe immer ein Interesse an einer Vergrößerung von gut laufenden Positionen und ich habe immer ein Interesse an einer Verkleinerung von schlecht laufenden Positionen. Mit dieser Einstellung sitzt der Grundstein eines professionellen Positionsmanagement immer richtig. Denn im Trading muss ich eine positive Gier besitzen. Damit meine ich, dass ich Gewinne laufen lassen und Verluste rechtzeitig begrenzen muss. Außerdem gehe ich noch einen Schritt weiter und sage:

Die Gewinne sollte man nicht nur laufen lassen, sondern durch Positionsvergrößerungen maximieren!

Analog bedeutet der Grundsatz, dass es absolut keinen Sinn macht, Teilverkäufe durchzuführen, wenn der Trade gut läuft.

Viele Trader tun dies jedoch mit der Begründung, dass sie somit Gewinne sichern wollen. Das ist in meinen Augen unlogisch und kann so auf langfristiger Sicht nicht zum Erfolg führen. Denn als Trader bist du unter anderem Risikomanager mit der Aufgabe, nach den momentanen Gegebenheiten Risiken perfekt zu steuern.

Unter diesem Gesichtspunkt ist es also kontraproduktiv, wenn du Risiko (und somit Chance) aus dem Trade herausnimmst, wenn es gut läuft. Denn bei diesen gut laufenden Positionen solltest du eine Pyramidisierung anstreben.

Nochmal: Es geht bei dieser Grundeinstellung lediglich um Trendstrategien. Es gibt sicherlich Strategien, die Teilverkäufe im Gewinnbereich vorsehen. Jedoch machen Teilverkäufe bei Strategien, die einen Trend verfolgen, keinen Sinn.

Teilverkäufe sind daher nur für Trades, die sich im Buchverlust befinden, gedacht. Hier nimmst du Risiko raus, da es immer unwahrscheinlicher wird, dass der Trade positiv abschließt.

Dieses Vorgehen ist auch unter dem Begriff Scale-out bekannt. Bei Scale-outs habe ich immer folgenden Grundgedanken:

Je näher der Kurs an meinen Stop kommt, umso wahrscheinlicher ist es auch, dass der Stop getriggert wird.

Deshalb solltest du dir diesen Grundgedanken zum Vorteil machen und Teilpositionen verkaufen, je näher der Kurs an den Stop-Loss läuft.

Natürlich ist auch hier jegliche Art von Überaktionismus gefährlich! Es geht hier nicht darum, nach jeder kleinsten Bewegung in Richtung des Stops Teilverkäufe durchzuführen. Diese Scale-outs sollten erst zum Einsatz kommen, wenn größere Etappen in Richtung des Stops erreicht wurden. Das könnten zum Beispiel 25 %, 50 % und 75 % des Stopabstandes sein. Wenn diese Marken erreicht wurden, kann es sinnvoll sein, weitere Scale-outs durchzuführen. Ich verkaufe beispielsweise 50 % meiner Position, wenn der Kurs 50% meines Stopabstands erreicht hat.

Teilverkäufe vs. Trailing Stop

Hätten wir diesen Beispiel-Trade ohne den Einsatz von Teilverkäufen durchgeführt, wäre uns ein Gewinn von 400€ und somit ein CRV von 4:1 geblieben. Natürlich lässt sich das so leicht sagen und es ist natürlich berechtigt, dass man diese Aussage kritisch beäugt. Denn es kommt ebenfalls vor, dass der Trade beispielsweise nach einem CRV von 1:1 wieder in den Initial Stop zurückläuft und mir einen Verlust bringt.

Doch trotzdem ist der Einsatz von Teilverkäufen bei Trendstrategien meines Erachtens nicht zu empfehlen! Denn man verringert sukzessive das Potential eines Trades und muss mehr als ein CRV von 2,5 herausholen, nur um sein Initial Risiko zu verdienen!

Vor allem der letzte Punkt sollte vielen Trader klar machen, dass Teilverkäufe bei Trendstrategien nichts zu suchen haben.

Ich denke, dass die meisten Trader Teilverkäufe durchführen, weil sie Angst vor Verlusten haben und somit wenigstens kleine Gewinne sichern können. Doch ich verwende für das Absichern von Gewinnen lieber einen intelligenten Trailing Stop, der den Vorteil hat, dass ich Gewinne damit zwar absichern kann aber dennoch mit der anfänglichen Positionsgröße im Markt bin.

Selbst wenn ich mit meinem Trailing Stop ,,nur” ein CRV von 3:1 erreiche, habe ich immer noch mehr verdient, als die Trader, die mit dem o.g. Teilverkäufe-Verhalten agieren und den Trade bis zu einem CRV von 4:1 halten können.

Pyramidisieren im Trading

Ein anderer und damit zusammenhängender Aspekt in meinem Trading, der auch gegen Teilverkäufe spricht, ist das Pyramidisieren. Das Pyramidisieren ist ein Vorgehen, welches bei Trades, die in meine gewünschte Richtung laufen, die Positionsgröße erhöht, um mehr Gewinn einfahren zu können!

Das geschieht natürlich alles unter dem Gesichtspunkt einer anständigen Risikokontrolle!

Auch das Pyramidisieren fällt vielen Tradern schwer, da sie bestehende Positionen, die im Plus sind, ungern ausbauen. Denn dadurch gehen sie ein Verlustrisiko ein, welches die Gewinne der ersten Position wieder auffressen könnte.

Doch mein Grundsatz ist immer:

Läuft es gut, erhöhe ich die Positionsgröße – läuft es schlecht, verringere ich sie!

Man erkennt schnell: Der Grund, wieso Trader Teilverkäufe durchführen und wieso sie keine Pyramiden verwenden wollen, hat mir ihrer Einstellung und vorallem mit ihrer Psychologie zu tun!

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